Lüchtringen ...zwischen Weser und Solling

822: Am 6. August kommen Benediktinermönche aus dem Solling, wo sie schon sieben Jahre dürftig lebten, an die Weser, um in der Nähe der Villa Huxori eine neue Wirkungsstätte aufzubauen. Männer, Frauen und Kinder haben sich zum Empfang versammelt, als das Kreuz in Corvey aufgerichtet wird.

823: Im Fundationsbrief vom 27. Juli schenkt Kaiser Ludwig der Fromme der neuen Klosterniederlassung die Villa Huxori mit allen sächsischen Besitzungen von Corbi. Das neue Kloster wird Corbeia nova genannt. Erster Abt von Neu Corvey wird Warin.

836: Am 13. Juni werden die Gebeine des Hlg. Vitus von St. Denys in Frankreich in die Kirche nach Corvey überführt.

854: Lüchtringen wird in den Analen des Klosters Corvey erwähnt.

900: Der Ort heißt Lutringi (es gibt jedoch 12 verschiedene Schreibweisen).

1060: In Lutringi im Angagau wird die Ernte in die Scheune des Abtes Saracho gebracht. Es gibt also schon Höfe in Lutringi.

1128: Am 15. August wird das Kloster Marienmünster von 12 Mönchen aus Corvey gegründet.

1190: Die „Lüre“, Feldflur zwischen Corvey und Nachtigall, wird seit der Urbarmachung schon von Luchtringi beackert. Luchtringi ist Pächter von Corvey. Es muß daher ein Fährbetrieb vorhanden sein.

1224: Es wird Ritter Lambert von Lüchtringen genannt. Dieser besitzt Güter bzw. Höfe in Lüchtringen. Im Wappen führt er einen fünfarmigen Leuchter mit Helmzier. Das Geschlecht hatte viele hohe Ämter in der Stadt Höxter inne, wie Bürgermeister, Ratsmann, Konsul, Gildemeister für Schneider, Kürschner und Schmied. Bis 1469 läßt sich das Geschlecht nachweisen.

1230: Lüchtringen gehört zum vierten Arrchidiakonat Höxter-Corvey der Diözese Paderborn.

1231: In Lüchtringen wird eine Kirche erwähnt.

1242: Das Kloster Corvey brennt ab.

1249: Der „Goldhof“ wird als einer der ältesten Meyerhöfe in Lüchtringen genannt.

1315: Die Thonenburg bei Albaxen wird als Vorwerk zum Aufenthalt der Grenzwache von Corvey gebaut.

1375: Oberhalb von Lüchtringen befindet sich zwischen 2 Weserarmen eine Insel, die besonders aufgeführt wird. Ein Arm der Weser geht durch „Heinen Wiesen“.

1395: Lugderinken hat eine dem Hl. Johannes dem Täufer geweihte Kirche, die vom nahen Kloster Corvey gegründet wird. Dem Abt steht das Patronatsrecht zu.

1410: Im Streit Corvey-Braunschweig hält Lüchtringen treu zu Corvey.

1447: Der Haupthof und viele Meyergüter werden aufgeteilt.

1450: In Corvey und anderen Klöstern geht es bergab. Der gute Ruf der Klosterschulen geht verloren.

1504: Abt Franz von Kettler sorgt wieder für Ordnung in Corvey.

1524: In Lüchtringen sind folgende Höfe vorhanden: Overhof Steinhof Grafschaftshof Groningerhof Seshovehof Eschenhof Kreuzhof Unterhof und Truenhof.

1533: In Höxter wird die neue Lehre Luthers eingeführt. Die Ortschaften um Corvey bleiben der alten Religion treu.

1539: Die Weser überschwemmt das ganze Tal. Die Winterfrucht wird vernichtet.

1540: Um diese Zeit wird wohl das Fährhaus errichtet. Eine Tiefseilfähre ist vorhanden.

1573: Vom Abt Reinhold von Buchholz wird den Lüchtringern ein Schützenbrief ausgestellt. In den Dörfern darf für den Hausgebrauch Schwarzbier gebraut werden.