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Die Vorgängerkirche wurde am 18. Juli 1700 eingeweiht und der Hochaltar konsekriert. Sie war 30 m lang, 10 m im Inneren hoch und ebenso breit. Mit dem Dachreiter, der zwei Glocken trägt, hatte sie eine Höhe von 30 m. Im Jahre 1870 wurde die Kirche renoviert. Sie bekam einen neuen Hochaltar sowie zwei Seitenaltäre und eine neue Orgel. Da die Kirche für die wachsende Zahl der Gläubigen mit der Zeit zu klein war, wurde sie durch den Anbau von zwei Seitenschiffen sowie zwei Sakristeien im Jahre 1895 deutlich vergrößert.

Zwei Glocken waren vorhanden. Die große Glocke hatte ein Gewicht von acht Zentnern und trug die Inschrift “In honorum S. Johannis Baptistae Anno 1703”. Die kleine Glocke wog fünf Zentner und lautete “Sancte Johannes, Kirchen-Patron, 1821”. Der Taufstein stammte laut Aussage von Kunstsachver­ständigen aus dem 13. Jahrhundert. Der Friedhof (Kirchhof) befand sich bis zum Jahre 1829 unmittelbar neben der Kirche. Dann wurde ein neuer größerer Friedhof an der Trift (Westfalenstraße) eingerichtet, nachdem zwei Jahre zuvor am alten Postweg der Judenfriedhof angelegt worden war.

Ein Unglückstag war für die Pfarrgemeinde der 13. Juni 1901, der sicher mit Wehmut und Enttäuschung in die Kir­chengeschichte eingegangen ist. Zumal auch deswegen, weil die Kirche nach mehrjähriger Reno­vierung erst 1895 fertig gestellt worden war. Der Chronist gab dazu folgenden Bericht:

“Am Oktavtag des Fronleich­namsfestes, auf Antonius, zog um Mittag ein schweres Gewit­ter auf. Es wurden nur zwei Blitzschläge von den Bewoh­nern bemerkt. Einer davon traf aber den Dachreiter der im Jahr 1698 / 1699 erbauten Pfarrkirche. Der Angelus wurde geläutet, als man merkte, dass der Turm brannte. Es war ein kleines Feuer und die Leute dachten, das geht von allein wieder aus. Doch dem Wunsch nicht folgend wurde beobachtet, dass das Feuer sich weiter entwickelte und bald glühte es unter der Kuppel des Turmkreuzes. Erst jetzt wurde es den Einwohnern offenbar recht brenzlig. Es wurde die Dorffeuerwehrspritze geholt. Doch damit ist man nicht erfolgreich gewesen, da der geringe Wasserstrahl das Feuer nicht erreichte.

Ein herbeigerufener Gendarm aus Höxter kletterte auf das Kirchendach, um nun das Feuer zu bekämpfen. Er zielte auf das Feuer unten im Turm. Doch die Hoffnung wurde zerschlagen und es passierte wieder nichts. Ein Unglück kam zum anderen, es platzte nämlich der Schlauch.

Das erfolglose Handeln und das weitere Ausbreiten des Feuers führten zu der Überlegung, die Feuerwehren aus Holzminden und Höxter herbeizuholen. Doch wegen des Gewitters konnte eine telegrafische Verbindung nicht hergestellt werden. Der Vorsteher und der Gemeindevertreter kamen letztlich zu keiner Lösung, so dass die Feuerwehren noch ungerufen blieben. Man fürchtete, dass durch den Einsatz der Feuerwehren zu hohe Kosten entstehen könnten.

So musste das Geschehen erwartungsgemäß seinen Lauf nehmen. Das Feuer erreichte inzwischen die Glocken. Die alten Balken brannten recht schnell. Dadurch wurde die Entwicklung noch begünstigt.

Mit Sorge um die Pfarrkirche fing man jetzt an, sie zu räumen und das Allerheiligste in Sicherheit zu bringen. Der Westwind verstärkte das Feuer, und so dauerte es nicht mehr lange, bis der Turm brennend auf das Mittelschiff fiel. Dann brach das Dach in sich zusammen. Das Feuer war jetzt durch die Mauern eingeschlossen, so dass gegen drei Uhr nachmittags nur noch Ruinen übrig geblieben sind. Die Dächer der niedrigeren Seitenschiffe wurden nur wenig beschädigt.

Große Gefahr bestand für die am Kirchhof liegenden Wohnhäuser. Diese konnten aber durch die inzwischen doch geholten Feuerwehren aus Holzminden und Höxter geschützt werden.

Gerettet wurde, was zu retten war. So konnten die Paramente, die Statuen und die Kommunionbank in Sicherheit gebracht werden. Ein Opfer der Flammen wurden u. a. zwei Glocken, die Orgel, der Hochaltar, die Kanzel, ein Seitenaltar, ein Beichtstuhl, 26 Bänke, zwei Chorstühle, und die Turmuhr, deren Zeiger zwanzig Minuten vor zwei Uhr nachmittags stehengeblieben sind.”


Quelle: 100 Jahre Pfarrkirche 1903 – 2003

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